Feuerwehreinsatzkräfte und andere Organisationen gaben Bestes.
Ein Bericht von Thomas Göttle/ Karl-Heinz Rümmele
In den frühen Morgenstunden des 1. Weihnachtstages (25.12.2025, 02:12 Uhr) wurde der Integrierten Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst in Lörrach ein Brand in einem Gebäudekomplex in der Waschhausgasse gemeldet. Hierbei handelte es sich um einen Gebäudekomplex aus 10 Wohneinheiten (Einzelhäuser in Reihenhausbebauung) –historische Köchlinhäuser. Beim Eintreffen des Einsatzleiters stand das Gebäude Waschhausgasse 17 bereits in Vollbrand, das Feuer hatte zudem auf das angrenzende Gebäude übergegriffen. Die Flammen hatten zu diesem Zeitpunkt bereits die Dächer mehrerer Gebäude erfasst. Der Rettungsdienst konnte eine Person aus dem Gebäude retten und diese noch vor Ort erstversorgen. Im Anschluss erfolgte die weitere Versorgung der Brandverletzungen in einer Spezialklinik. Weitere Personen wurden zunächst noch vermutet, konnten jedoch im Verlauf der Erkundung ausgeschlossen werden. Die Polizei hatte parallel erste Evakuierungsmaßnahmen eingeleitet. Nach Einleitung der umfassenden Löschmaßnahmen (Außenangriff mit mehreren Rohren von verschiedenen Seiten, ein Innenangriff war nur bedingt möglich), wurde die Einsatzstelle in drei Einsatzabschnitte 1-Basler Straße-, 2-Waschhausgasse-und 3 – Logistik/ Hygiene/AB-Atemschutz eingeteilt. Gleichzeitig erfolgte die Erhöhung der gefahrenabwehrstufe auf B4 (Großbrand) und die Führungsgruppe der Feuerwehr Lörrach nahm ihre Arbeit auf. Über die beiden Drehleitern wurde eine Riegelstellung zu den nicht betroffenen Gebäudeteilen aufgebaut. Durch die Erhöhung der Gefahrenabwehrstufe wurden weitere Einheiten aus der Gesamtwehr, die Feuerwehren aus Weil am Rhein (Absturzsicherungsgruppe), Feuerwehr Inzlingen (Atemschutzgeräteträger) und das Technische Hilfswerk mit einem Bausachverständigen/Statiker aufgeboten. Weiter kamen die Energieversorger (Strom, Gas, Wasser), Ansprechpartner des Eigenbetrieb Abwasser und der Stadtverwaltung zur Einsatzstelle. Auch Oberbürgermeister Jörg Lutz, machte sich ein Bild der Einsatzlage. Aufgrund der engen Bebauung und zur Unterstützung der Brandbekämpfung wurde die Berufsfeuerwehr Basel (Schweiz) mit ihrem Teleskopmaster und einem Offizier vom Dienst nachalarmiert. Zur Auffindung von Brandnestern und einer effektiven Brandbekämpfung wurde die Dachhaut der Gebäude an mehreren Stellen, durch Unterstützung der Absturzsicherungsgruppe Weil am Rhein und dem Teleskopmaster der Berufsfeuerwehr Basel, geöffnet. Nach Absprache mit dem Eigenbetrieb Wasser wurde zur effektiven Brandbekämpfung Schaummittel eingesetzt und die Maßnahmen zum Umweltschutz entsprechend mit dem Fachbereich des Landradsamtes abgestimmt. Bei der Beurteilung der Einsatzmaßnahmen und deren Erfolge wurde der Multicopter der Feuerwehr eingesetzt. Dieser lieferte entsprechende Bilder der Einsatzstelle aus der Luft. Alle Maßnahmen wurden in mehreren Lagebesprechungen abgestimmt und entsprechend durch die Führungsgruppe dokumentiert. Durch die ILST wurde eine Warnmeldung über die NINA-App aufgrund der massiven Rauchgasentwicklung angegeben. Aufgrund der Einsatzdauer und dem entsprechenden Personalaufgebot an Atemschutzgeräteträgern, wurde ein Pool gebildet und der AB-Atemschutz in Betrieb genommen. Alle eingesetzten Einsatzkräfte wurden im Anschluss an ihrem Atemschutzeinsatz, nach dem Einsatzkonzept „Hygiene an der Einsatzstelle“ der Feuerwehr Lörrach, nach Stufe II (Ablage der PSA, Duschen, Wechselkleidung) an der Einsatzstelle versorgt. Hierbei hat sich der vorhandene Hygieneanhänger mit Duschen wieder bewährt. Alle betroffenen Bewohner wurden durch das Deutsche Rote Kreuz (Ortsverein Lörrach und Ortsteile) betreut und die Stadt Lörrach organisierte für die betroffenen Bewohner Ersatzunterkünfte für die kommenden Wochen. Gegen 08:30 Uhr konnte das Feuer unter Kontrolle gemeldet werden. Im Anschluss wurden umfangreiche Nachlöscharbeiten durchgeführt. Insbesondere Brandbekämpfung von Glutnestern in den Dachbereichen, Öffnung von Gebäudeteilen durch das THW, intensives Ablöschen des Brandschuttes. Die Warnmeldung über NINA-App wurde zurückgenommen. Nach Abschluss aller Maßnahmen konnte die Einsatzstelle gegen 12:00Uhr an die Polizei zur weiteren Schadensermittlungen übergeben werden. Auch in den Folgetagen wurde das Haupt-und Ehrenamt der Feuerwehr Lörrach zu Brandnachkontrollen, Nachlöscharbeiten bei erneuten Rauchentwicklungen, Abschaltung und Sicherung der Versorgungsleitungen und bei der Unterstützung von Bewohnern beim Zugang zu wichtigen Gegenständen in den Gebäuden alarmiert. Fazit einer herausfordernden Einsatzlage: Durch das schnelle und koordinierte Eingreifen der Einsatzkräfte konnte eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindert werden. Der Einsatz stellte aufgrund der engen Bebauung, der starken Brandausbreitung sowie der statischen Gefährdung der Gebäude eine erhebliche Herausforderung dar. Durch ein umsichtiges Handeln aller eingesetzten Einsatzkräfte wurde keine Einsatzkraft verletzt. Dank der Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen-Feuerwehr-Rettungsdienst-Polizei-THW und Energieversorger- konnte die Lage unter Kontrolle gebracht und größerer Schaden verhindert werden. Einsatzleiter vor Ort waren: Abt. Kommandant Klaus Betting (Lörrach) und Feuerwehrkommandant Michael Ortlieb. Beteiligte BOS: Feuerwehr Lörrach, Weil am Rhein, Inzlingen, Berufsfeuerwehr Basel, Rettungsdienst, Polizei, THW inkl. Fachberater Statik, Stadtverwaltung und Energieversorger. Ansprechpartner vor Ort waren: Feuerwehrkommandant Michael Ortlieb und Stellvertreter Thomas Göttle. Eingesetzte Kräfte der Feuerwehr Lörrach 122 –weitere BOS, Energieversorger, usw. 21 Personen.