Ein Bericht von Karl-Heinz Rümmele/Simon Schmidt
Am Mittwoch, den 12. Februar 2025 kam es in der Breslauer Straße 30 in Schwörstadt zu einem Großbrand einer Lagerhalle. Der Gewerbebau liegt in einem Mischgebiet im Kernort der Gemeinde Schwörstadt. Im Gewerbebau wurde früher Formen und Werkzeugbau durchgeführt. Das Gebäude ist in Stahlbeton und Holz ausgeführt und wurde in drei Bauabschnitten aufgebaut. Zum Zeitpunkt des Brandes waren mehrere Kleinunternehmen (Gesundheitsbetten, Spielautomaten), und zwei kirchliche Einrichtungen im Gebäude angemietet. Südlich verläuft im Abstand von ca. 10 Metern die Hochrheinbahn Basel-Singen. Westlich und östlich grenzt eine enge Wohnbebauung an das Brand-Objekt. Gegen 12:20 Uhr ging der erste Notruf bei der Integrierten Leistelle in Lörrach ein. Hier wurde ein Brand von Elektromaschinen in der Lagerhalle gemeldet, und der Rauch kommt aus dem ganzen Gebäude. Gegen 12:25 Uhr wurde die Brandstufe auf B4 erhöht, Gebäudebrand für die Gesamtfeuerwehr Schwörstadt und Dossenbach, sowie dem 1. Löschzug der Abt. Stadt Feuerwehr Rheinfelden mit 1. Drehleiter, und eine zweite Drehleiter wurde aus Schopfheim mit KDOW angefordert. Bereits auf der Anfahrt zum Brandobjekt war eine mächtige Schwarze Rauchsäule von weitem her sichtbar. Aus diesem Grund wurden durch den KBM Uwe Häubner Warnmeldungen über die NINA Warnup veranlasst. Die Lage bei ersteintreffenden Fahrzeug HLF 20/20 der Abt. Schwörstadt war folgendermaßen, man sah eine sehr große schwarze Rauchwolke vom Dach heraufsteigenvund es waren Flammen auf dem Dach sichtbar. Auf der Nordseite drang aus einem halbgeöffneten Rolltor dichter schwarzer Rauch. Hier musste eine Person gerettet und an den Rettungsdienst übergeben werden. Kurz darauf kam es zu einer Durchzündung im Süd-Östlichen Bereich der Halle. Hier kam es zu einer mächtigen Brandentwicklung mit großer Wärmestrahlung auf ein angrenzendes Wohnhaus. E gingen hier Rollläden und Verglasungen zu Bruch. Die ersteintreffende Drehleiter aus Schopfheim wurde hier direkt in Stellung gebracht und eine Wasserversorgung von einem angrenzenden Tiefbrunnen aufgebaut. Die Abt. Dosenbach übernahm mit dem LF8/6 parallel einen Innenangriff über das Rolltor (Nordseite), sowie die Abt. Rheinfelden über Süd und Westseite. Zusätzlich wurde hier die zweite Drehleiter aus Rheinfelden in Stellung gebracht. Somit konnte hier ein Übergreifen aus das angrenzende Wohnhaus und weitere Gebäudeteile verhindert werden. Gegen 12:45 Uhr übernahm der stellvertretende Abteilungskommandant von Schwörstadt Simon Schmidt die Einsatzleitung zusammen mit der Besatzung des ELW 1 (Führungsgruppe Rheinfelden). Als erste Maßnahme wurde die Hochrheinbahnstrecke auf Grund großer Wärmestrahlung und Gefahr für die Einsatzkräfte gesperrt. Im weiteren Verlauf unterstützten Daniel Ebi der Kommandant der FF-Schwörstadt und der Kreisbrandmeister LKS Lörrach Uwe Häubner die Einsatzleitung bei Ihrer Arbeit. Die Drohnengruppe aus Lörrach lieferte wertvolle Luftaufnahmen von der Einsatzstelle. Sofort wurde ein Abschnitt Wasserversorgung organisiert und das SW 2000 aus Schopfheim nachalarmiert. Durch den GWL2 (Abt. Schwörstadt) und TSA (Abteilung Dossenbach) wurden zwei weitere Leitungen zum Rhein mit einer Länge von ca. 800 Metern aufgebaut, um genügend Löschwasser an der Einsatzstelle zur Verfügung zu haben. Alles war auf Grund einer Großbaustelle im Dorf nicht ganz so einfach, hat aber durch die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Baufirmen, Bauhof Schwörstadt und Feuerwehr super funktioniert, und im weiteren Verlauf trafen immer mehr Kräfte aus Rheinfelden, Schopfheim und Lörrach ein. Auf Grund der starken Rauendwicklung wurde die Messgruppe Schopfheim alarmiert, um in umliegenden Orten und der Einsatzstelle Messungen durchzuführen. Die Kinder der Grundschule am Heidenstein wurden bis zum Abschluss der Messungen in der Schule betreut. Die Einsatzstelle wurde in 5 Einsatzabschnitte eingeteilt. Abs.: 1 Brandbekämpfung Nord-Ost (FFW Schwörstadt und FFW Schopfheim).
Abs: 2 Brandbekämpfung Süd-West (FFW Rheinfelden)
Abs: 3 Wasserversorgung (FFW Schwörstadt)
Abs:4 Messen (FFW Schopfheim)
Abs: 5 Hygiene und Dekon inkl. Versorgung der Einsatzkräfte (FFW Schopfheim, FFW Lörrach DRK und THW. In mehreren taktischen Führungsgesprächen wurde zusammen mit den einzelnen Abschnittsleitern (FFW, DRK, THW und der Polizei das weitere Vorgehen festgelegt und abgearbeitet. Anwesend waren auch Vertreter der Deutschen Bahn, Umweltamt, Stromversorger, Presse und der Gemeindeverwaltung (Bürgermeisterin und Bauhofleiter). Durch die direkte Mitalarmierung der Überlandhilfe und die sehr gute Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Einheiten konnte der Einsatz zügig abgearbeitet werden und um 13:51 Uhr war der Großbrand unter Kontrolle. Bereits um 14:51 Uhr konnte an die Leitstelle Lörrach Feuer aus gemeldet werden. Danach wurden die Kräfte der Überlandhilfe Stück für Stück aus dem Einsatz herausgelöst und die Einsatzbereitschaft wiederhergestellt. Durch den Fachberater des THW wurde das Gebäude auf Einsturz Gefahr überprüft und im Verlauf des Abends durch das THW Rheinfelden gesichert und auch das Gelände mit Bauzäunen verriegelt. Insgesamt waren 131 Einsatzkräfte der Feuerwehr und 32 Einsatzkräfte anderer Hilfsorganisationen und Verwaltung beteiligt. Um 19:00 Uhr wurde die Einsatzstelle an die Polizei übergeben. Gegen 22:00 Uhr wurde die Abt. Schwörstadt erneut alarmiert, da ein Rauchmelder auslöste. Im Bereich eines Hochregallagers waren mehrere Paletten mit Kartonagen in Brand geraten. Diese wurden durch die Besatzung des HLF 20/20 rasch abgelöscht. Bei den Polizeilichen Ermittlungen ist ein möglicher Technischer Defekt nicht auszuschließen.